Die Kirche Santa María Magdalena steht am Ufer des wasserreichen Ebro, der sich in weiten Mäandern durch die Stadt Tudela schlängelt.
Der schlichte und stilreine romanische Kirchturm erscheint bei Sonnenuntergang in orangefarbenem Licht, und sein auf das Wasser fallender Schatten lässt ihn gleichermaßen elegant und zerbrechlich erscheinen.
Das Portal ist mit Steinfiguren verziert, die Szenen aus dem Neuen Testament darstellen. Daneben finden sich auch mythologische Tiere, Pflanzenmotive und gewöhnliche Berufe. Das goldfarbene Licht des Sonnenuntergangs spiegelt sich auch auf dem mit Gold verzierten Hochaltar mit der Figur der María Magdalena.
Tudela, die Hauptstadt der Ribera von Navarra, überrrascht uns mit einem herrlichen romanischen Bauwerk, der Kirche Santa María Magdalena. Sie erhebt sich nahe der
Ebrobrücke, neben dem Neuen Judenviertel, und wurde im 12. Jh. vermutlich an der Stelle einer früheren mozarabischen Kirche errichtet.
Ehe man die Kirche betritt, sollte man einen Blick auf den schlanken,
zweigeschossigen Turm werfen. Das obere Geschoss weist zwei einfache Bögen auf, und das untere einen Doppelbogen, dessen Säulenkapitelle mit Pflanzenmotiven verziert sind.
Das
Hauptportal gehorcht den Gesetzen der Romanik wie kein anderes Bauwerk in Tudela. Es besteht aus vier reich verzierten Gewändebögen mit Szenen aus dem Neuen Testament, mythologischen Tieren und Pflanzenmotiven. Auf dem
Tympanon ist ein großartiger Weltenherrscher mit den Symbolen der vier Evangelisten dargestellt.
Auf den Gesimskonsolen, die die Dachtraufe stützen, sind verschiedene
Berufe abgebildet, darunter ein Steinmetz, ein Musikant und ein Schnitter. Besondere Erwähnung verdient der kürzlich restaurierte
Nordeingang. Er ist ebenfalls romanisch. Darüber prangt ein Christusmonogramm, das geistlichen Schutz bieten soll.
Der einschiffige
Innenraum mit rechteckigem Grundriss wird von einem Spitztonnengewölbe überspannt, das auf sechs Halbkreisbögen ruht. Die Säulen dieser Bögen sind an die Wand angelehnt und weisen Kapitelle mit historischen und Pflanzenmotiven auf. Die
Heiligenfiguren sind teilweise denen der
Kathedrale Santa María sehr ähnlich. Die Kathedrale wurde zur selben Zeit errichtet.
Besonders sehenswert ist der platereske
Hochaltar aus dem 16. Jahrhundert. Er ist der Magdalena geweiht, deren Figur im mittleren Teil des Altars dargestellt ist. Ihre leuchtenden Farben werden durch die Golddekoration noch verstärkt.
Im 16. Jh. wurde die ursprünglich mittelalterliche Kirche umgebaut. Zu dieser Zeit werden die Seitenkapellen der Heiligen Ana errichtet. Dort stehen eine spanisch-flämische Figur aus dem 15. Jh. und eine Figur der Nuestra Señora de la Esclavitud. Durch die Kapellen hat sich der Grundriss der Kirche verändert. Zur Zeit des Barocks kommen noch die Ánimas-Kapelle und die Christuskapelle hinzu.
Im Anschluss an den Besuch der Magdalena-Kirche können Sie noch das
Neue Judenviertel mit seinen verschlungenen Gassen rund um die Calle San Miguel kennen lernen. Sie können aber auch auf den Santa Bárbara-Hügel zum Sagrado Corazón-Denkmal und den Ruinen einer mittelalterlichen Burg hinaufsteigen. Von dort oben eröffnet sich ein großartiger
Blick auf die Stadt Tudela.
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